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Kirchenmusik...

     Kirchenmusik und Funktionalität

Als Kirchenmusik wird ein ganz spezielles Genre des Kosmoses Musik bezeichnet. Kirchenmusik zeichnet sich dadurch aus, dass sie vornehmlich in Kirchenräumen gespielt wird, dass sie oft in sakrale Handlungen eingebunden ist und dass sie – textlich betrachtet – die Ideen und das Gedankengut der Kirche in sich trägt.
    
Dass Musik in Kirchenräumen gespielt wird, ist noch kein Kennzeichen von Kirchenmusik, dass Musik zu sakralen Handlungen erklingt, macht sie – meines Erachtens – sofort und automatisch zur Kirchenmusik und dass der der Musik zugeordnete Text geistlichen Inhalts ist, sagt über die Musik selbst noch gar nichts aus.
     Erklingende Musik geht immer ein Wechselspiel mit dem ihm umgebenden Raum ein. Der Raum, in dem Musik erklingt, ist ein unverrückbarer Teil im Gesamtkontext Musik. Erklingt Musik in einer sakralen Umgebung, saugt sie einen Teil dieser Umgebung auf und verstärkt diesen.
     Wird Musik irgendwelchen Handlungen beigefügt, wird ihr eine Aufgabe zugewiesen, die mit der des Genres Filmmusik vergleichbar ist. Sie wird vollständig funktionalisiert und hat sich dieser Handlung anzupassen und unterzuordnen. Falls der Kunst, und hier im Speziellen der Musik, autonomes Wesen zugesprochen werden kann, geht sie hier endgültig verloren. Durch ihre Funktionalität gibt sie einen Teil ihres Wesens auf, um Platz zu machen für das andere Präsente und um mit ihm – bestenfalls - eine Symbiose einzugehen.
     Wird der Musik ein Text zugeordnet, kann sie nur ein Wechselspiel mit diesem eingehen, wenn die dazu notwendigen Entschlüsselungscodes zur Verfügung stehen und diese Muster vorher eingeübt worden sind. Text beeinflusst Musik ausschließlich im lautmalerischen, rhythmischen Bereich, nicht im Inhaltlichen.
     Kirchenmusik kann sich in allen Bereichen der Musik ausbreiten: im Genre der so genannten „Neuen Musik“, der „Popularmusik“, der „kindgerechten“ Musik, der „historisierenden“ Musik und so weiter.
     In welchen klanglichen Bereichen sich Kirchenmusik ausbreitet, ist für ihr eigenes Wesen unerheblich. Kirchenmusik erklärt sich demnach - meiner Ansicht nach - ausschließlich aus der ihr zugewiesenen Funktion, aus dem Kontext, in dem sie steht und - unter Umständen - auch aus der Umgebung, in der sie erklingt.

 

Zur Einbindung von Musik in liturgische Situationen

Wird Musik in liturgische Handlungen eingefügt, wird sie ihrer – falls vorhandenen - Autonomie gänzlich beraubt, sie hat sich außermusikalisch bedingte Forderungen anzupassen und sich diesen gegebenenfalls unterzuordnen.

Dabei sind folgende Elemente der Liturgie von hoher Priorität: dass sich zwei oder drei im Namen des Herrn zusammenfinden und dass interaktive Handlungen das Geschehen bestimmen.

 

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